MIRI'S AROUND THE WORLD TRIP 2011/2012



Montag, 23. Mai 2011

"No matter where you are, it's the people who make your world"


La vie est belle!



*Good day, mate! ;-)*

Wieder sind 2 Wochen vergangen, unsere Reise schreitet fröhlich voran :) Die wichtigste Veränderung, die sich in den letzten Wochen ergeben hat ist, dass Manu und ich jetzt ein lustiges Reiseduo bilden und eine Menge Spaß haben. Manu ist 22, Erzieherin aus Dresden, dass wir so verschieden sind, macht die gemeinsame Zeit noch viel lustiger, weil wir ständig neue interessante Geschichten und Eigenschaften an der anderen entdecken. Ich genieße es sehr nicht mehr alleine zu reisen und gemeinsam Pläne zu machen, von Asien zu träumen, gemeinsam nach Mitfahrgelegenheiten zu suchen, zu überlegen wie wir möglichst schnell das Geld für unseren Asientrip zusammen bekommen oder einfach wie zwei Verrückte beim Tanzen abzuspasten ;). Meine Reise hat sich auf jeden Fall geändert seitdem wir zusammen reisen, die Zeit rennt, wir lernen viele tolle Leute kennen und es ist schön zu wissen, dass auch wenn alle wieder  auseinander gehen, wir beide morgen früh gemeinsam am Frühstückstisch sitzen :)
Seit meinem letzten Eintrag waren wir auf Fraser Island, dann im Gagaju Bushcamp 20 km von Noosa entfernt und nun sind wir seit 5 Tagen in Noosa/ Sunshine beach :)
Gerade sitze ich in dem tropischen Garten unseres wunderschönen Hostels, eingemummelt in meine geliebte „Bläänkie“ , meine neu erstandene lila Fliesdecke von Aldi! ;), die mich überall hin begleitet und mich jede Nacht warm hält, hier wird’s nämlich langsam verdammt kalt und es ist dringend Zeit sich Richtung Norden aufzumachen, auch wenn uns der Abschied im Dolphins Beach House wieder unendlich schwer fallen wird.
Die Besitzer sind selbst quer durch Asien gereist und haben die Erfahrungen und die Architektur hier einfließen lass, eine Wohlfühloase, wo man am liebsten den ganzen Tag in einem der großen runden Sessel chillen möchte, aber dann sind da ja auch noch die unendlich coolen Leute, deutsche Invasion^^, mit denen man ja auch so viel Zeit wie möglich verbringen will :)
Dolphins Beach Hostel Crew at Sunshine Beach =)

So nun erstmal zurück nach Fraser Island!  Vorletzten Donnerstag ging’s mit 70 Leuten und 8 Geländewagen von Rainbow Beach mit der 10-Minuten-Fähre rüber auf die Insel. Wir hatten leider etwas Pech, da wir zu zehnt mit einem der beiden Guides die Gruppe angeführt haben und den Anhänger, sowie den Dachgepäckhalter hatten und somit leider nicht selbst fahren konnten. In den anderen 6 Autos wurden die Fahrer nämlich immer getauscht und jeder, der fahren durfte, durfte mal mit dem Jeep über den Strand fegen. Naja, es war jetzt aber auch nicht so schlimm, dass ich nicht mal selbst fahren durfte, ich hab eh das Gefühl, dass ich nicht mehr wirklich fahren kann nachdem ich nun schon etwa 3 Monate kein richtiges Auto mehr gefahren habe, was soll’s, kommt wieder! Unsere Truppe, group H, war abgesehen von unseren 2 völlig merkwürdigen, geringfügig pessimistisch veranlagten Jungs richtig lustig :) Vor allem die 3 Kanadierinnen haben echt gefetzt! :o)
Group H with "Stifler" at Lake Mc Kenzie...some people are real Freaks!
Fraser Island ist wirklich traumhaft schön, gerade für mich, die von Meer, Weite, Sand und Dünen, ja niemals genug bekommen kann :-D Irgendwo auf einem abgelegenen Campingplatz direkt hinter den Dünen haben wir unsere Zelte aufgebaut und das Lager eröffnet und dann ging’s am ersten Tag zum Lake Wabby. Ich denke die meisten Sehenswürdigkeiten von Fraser Island hat man schon mal irgendwo gesehen: Lake Wabby ist ein See der direkt an einer überdimensional riesigen Düne liegt, die einfach steil in den See abfällt. Und was macht man da natürlich am besten?! Man lässt sich einfach seitwärts 10 Meter in den See rollen, schade, dass ich hier kein Video hochladen kann, wie ich kopfüber in den See reinkugel :-DDDD Wir hatten Spaß!
Jede der 8 Gruppen hat dann immer gemeinschaftlich das Essen aus den Vorräten kochen müssen, die uns von dem Veranstalter mitgegeben wurden. Das müssen ganz kluge Köpfe sein: Alle Gruppen außer den beiden Führungsgruppen bestehen aus 8 Personen, die Leader aus 10…Konsequenz daraus?! Leider hatten alle genau gleich viel zu essen für 3 Tage, so dass uns natürlich irgendwie ein bisschen das Essen ausgegangen ist. Naja, auch nur halb so schlimm, nur irgendwie halt echt dämlich ^^ Und dann haben natürlich auch die zehn Dingo-Warnungen nicht gereicht und ein ganz netter Dingo meinte auf der Suche nach einer Spriteflasche und Müsliriegeln unser Zelt zerfetzen zu müssen. Super riesen Löcher im Zelt zu haben, wo auf Fraser Island Brown Snakes leben^^ But... we survived *lach*!
Überhaupt war das echt ein Teamwork-Kooperations-Toleranz-Camp *lach* und über die Ausmaße, die die Backpacker-Kultur hier nimmt will ich lieber gar nicht erst anfangen. Hier an der Ostküste komme ich mir echt immer öfter so unglaublich alt vor. All diese Abiturienten, die in die große weite Welt aufgebrochen sind um sich jeden Tag ordentlich zu betrinken und möglichst viele Paarung-Erfahrungen zu sammeln, immer öfter frage ich mich, ob ich einfach alt und vernünftig geworden bin, ob ich auch mal so war und warum  das Niveau eigentlich immer heulend in der Ecke sitzt ?!?
 Die Ostküste ist landschaftlich super schön und man sollte sie auch wirklich gesehen haben, die Partys sind meist auch wirklich lustig, aber ich bin jetzt auch wirklich froh, wenn wir oben in Cairns angekommen sind, es vorbei ist und ich wieder mehr meine Art von Backpacking genießen kann mit Menschen, die älter  als 19/20 und schon etwas reifer und erfahrener sind. Ich vermisse immer noch Byron Bay und die Gespräche, die ich dort geführt habe, ich denke zurück an Fiji und die vielen Weltreisenden Mitte dreißigjährigen, die wir dort getroffen haben und mir wird erst richtig bewusst, wie viel ich aus diesen Begegnungen mitgenommen habe :) Hier merke ich zum ersten Mal wie sehr dein Gegenüber dich prägen und bereichern kann, einfach nur durch seine Erfahrungen und Geschichten und wie verrückte, wunderbare Dinge herauskommen, wenn man seine verrückten Erlebnisse und Ideen einfach zusammen wirft :)

Auf Fraser Island haben wir am zweiten und dritten Tag dann noch den Eli Creek, einen kalten, wunderschönen, türkisen Bachlauf, der einem etwa 500 Meter zurück zum Meer trägt, den Indian Head, einen riesigen Ausblickfelsen, von dem man die riesen Dünen und Strände von oben sieht und die Surfer beobachten kann und natürlich Lake Mc Kenzie, den klaresten und atemberaubendsten See, den ich je gesehen habe, besucht :-DDD Die Champaigne-Pools, Naturwhirlpools, waren uns leider nicht vergönnt, da wir auf dem Weg dorthin all unsere Autos im zu weichen Sand versenkt haben. Es war ein riesen Spaß zu zehnt unser Auto zwei Mal  aus den Sandkulen zu schieben…Teamwork! ;)

Am letzen Tag hatte ich dann noch meine ganz persönliche wunderschöne Erfahrung. Wir haben an einem Strand zum Lunch gestoppt und ich bin einfach mal alleine ein paar Meter gelaufen und plötzlich war ich ganz alleine an diesem tollem Strand und da mir coolerweise niemand gefolgt ist, gab’s nur mich und meine Spuren am Strand, traumhaft schön! :o)

Lieblingsbild =)

Nach 2 Nächten im Zelt ohne Matratze auf dem ziemlich kalten Sand, war ich dann aber auch wieder froh im Hostel in einem richtigen Bettchen schlafen zu können, auch wenn mir das am Morgen mit Kaffee auf der Düne sitzen und die Gedanken schweifen lassen fehlen wird!!! Jeden Morgen aufwachen, am Meer sitzen, Kaffee genießen und auf die Wellen hinausblicken…ein Traum! *smile*

Home is where the heart is <3

Von dem kleinen, niedlichen Rainbow Beach ging’s dann 2 Tage später nach Noosa, wo Svenja&Nina Manu und mich rausgelassen haben und unsere Reisewege, sich auch schon wieder getrennt haben, vor wiegend aus zeitlichen Gründen.
Nun hieß es ab ins Gagaju Bushcamp, ab in den Jungle :-D Am Transit Center wurden wir abgeholt, zum Supermarkt gefahren und wir hatten einfach mal gar keine Ahnung, was uns eigentlich erwartete.^^ Angekommen im Bushcamp musste man auch wirklich erstmal schlucken, einfach nur krass. Erste Nacht im „Hosteldorm“ danach 2 Nachte im Zelt, da man das „Hostel“ eh nicht beschreiben kann, muss ich euch einfach 2 Fotos hochladen, Worte können das nämlich nicht beschreiben:
Hostel  Hauptgebäude ^^ Da drinnen schlafen wir!

Unser Zimmer teilten wir uns mit den vier hammer lustigen Jungs aus Wiesbaden und unsere ganze Truppe, die aus 14 Leuten bestand, war einfach mal nur geil! Wir hatten so viel Spaß, alle haben an einem Strang gezogen, sich aneinander angepasst, abends zusammen gefeiert, einen Tag schön gemeinsam am Lagerfeuer gesessen :) Von Gagaju aus ging es 2 Tage auf dem Noosa River auf Kanutour. Tag ein bescherte uns super schönes Wetter und wir paddelten zu einem Campingplatz, liefen in den schönen Vorort von Noosa und tranken das wohlverdiente Bierchen in einem richtig netten typischen Aussi-Pub. Es war schon wirklich toll, dass einfach alle 14 dabei waren und man sich so nett unterhalten konnte :) Ach ja und natürlich mal wieder German-Invasion, die armen Engländer und Schweizer^^
I loved it! Auch wenn das Hostel und vor allem der absolut abgefuckte (sorry für die Wortwahl) Alkoholiker-Besitzer, der an Unfreundlichkeit kaum zu übertreffen war, echt grenzwertig waren, wir haben gerockt und als einer der Jungs am letzten Abend meinte „Ich glaub’ ich werde das hier echt vermissen, die Leute sind einfach alle so cool“ hat er es ziemlich auf den Punkt gebracht!

Nach 3 Tagen im Bush ging’s zurück nach Noosa. Noosa find ich ansich eigentlich etwas nervig, da man ohne Auto nirgends hinkommt, weil sich die Stadt irgendwie ziemlich zieht und in 3 große Teile untergliedert ist. Die ersten zwei Nächte waren wir in einem Hostel Nähe Center Noosa Heads, was aber wirklich nicht doll war…16 Betten, 26 Dollar, man kann sein Geld auch echt zum Fenster rausschmeißen ;), aber seit wir in den Vorort Sunshine Beach in dieses traumhafte entspannte, gemütliche Hostel, nahe am Strand, wo der Pazifik ungeschützt auf den Strand prallt (krasse Wellen!) gewechselt sind, will ich gar nicht mehr weg. Es riecht nach Räucherstäbchen und die Buddha-Figuren gucken uns an *lach*
"Chill as hard as you can" - sagt ser Besitzer zu Basti^^
Wir haben zu neunt ein eigenes Apartement mit vierer und fünfer Zimmer, eigene Küche mit Backofen, Kühlschrank UND Kühltruhe und eigenes Badezimmer, Fernseher mit DVD Player und Wohnzimmer… Backpacker-Himmel :-D Und dann ist es hier einfach so „social“ , dass man mit jedem quatschen kann :)

Gemütliches Wohnzimmer :)))

Heute ist „Important Monday“ weil wir nämlich am Freitag einen Typen angerufen haben, der uns hoffentlich in seinem Van mit nach Cairns oder auf jeden Fall erstmal die Küste ein Stück mit hochnimmt und nun warten wir auf seinen Anruf, wann und ob er uns morgen abholt. Das ist mal wieder so ein Blinddate. Wir haben null Ahnung, was uns da erwartet, der kann auch mal wieder ein richtiger Idiot sein und unserer Reisevorstellungen passen überhaupt nicht, aber genau das ist ja das große Abenteuer! Nic, 26, Australier aus Melbourne, 2 Monate mit dem Van quer durch Australien… den würde ich doch gerne mal kennenlernen, außerdem würde mir etwas „proper english“ auch mal wieder gut tun. Also drückt uns die Daumen, dass er auch wirklich anruft und es nach Möglichkeit morgen wieder on the road geht! (Inzwischen hat er angerufen und wir treffen ih hoffentlich Übermorgen hier...hoffentlich klappt das alles!)
Langsam kommen wir nämlich etwas in Zeit und Geldnot. Wir wollen jetzt möglichst schnell hoch und dann ca. einen Monat um Cairns oder Darwin im Outback im Pub/Restaurant arbeiten, Bartending, Cleaning, kitchenhand, irgendwie so was, ich muss zurück ins Outback, das Leben dort fehlt mir so sehr! :)
Und mit dem Geld soll’s nach 1,5-2 Monate gemeinsam durch Asien gehen. Vermutlich fliegen wir zuerst nach Bali, da der Flug von Darwin aus wohl der billigste sein wird :-D Thailand, Malaysia, Singapur,Laos, Vietnam und Kambodscha stehen noch auf der Liste, aber einen wirklichen Plan haben wir überhaupt noch nicht und auch noch keine Vorstellung, was in der Zeit möglich ist. Und dann werden wir sehen, ob ich mit Manu schon Ende August zurück nach Australien fliege  und dann wieder arbeite und die Westküste runter fahre oder ob ich noch „alleine“ durch Asien toure...
 Eine Freundin, die ich in Byron Bay kennengelernt habe, hat mich gefragt, ob ich mit ihr Ende September bis Mitte Oktober das Mount Everest Base Camp besteigen will und Kathmandu besuchen will… ich weiß langsam werden wir größenwahnsinnig, aber nach dem ersten „Ja ist klar, niemals“ – Gedanken, kommt mir die Idee jetzt gar nicht mehr so abwegig vor und wie ein unbeschreibliches Ziel auf das es sich hinzuarbeiten lohnt. Wie verrückt kann man sein? Ist das für mich körperlich möglich? Also falls sich jemand als Sponsor anbieten möchte *lach* Ich werde auch monatelang vorher jeden Tag joggen gehen und mich drauf vorbereiten!


So, nun ist es bei uns spät abends geworden, endlich ist mein neuer Blogeintrag fertig :) Ich habe in den letzten Tagen so viele krasse Dinge aus der Heimat gehört, die mich sehr beschäftigen. Ich freue mich immer sehr von euch zu hören, wenn ihr mir einfach erzählt was so los ist, mich interessiert jedes kleine Bisschen und ich freu mich immer unbeschreiblich irgend etwas zu hören, auch wenn ich außer Blog schreiben nicht die größe Leuchte im Mails schreiben bin, ich denke an euch!

With Love,
                      Miri



Einige Lieblingsbilder und Lieblingsmomente:

Frühstück auf unserer! Terasse... was für ein super Gefühl =)


Spontan feiern mit den Leuten aus dem Dolphins =)

Am Eli Creek...einfach nur schön!

Vom Indian Head aus die Surfer beobachten =)

Delphin Fütterung...naja wenigstens habe ich endlich mal einen in freier Wildbahn gesehen =)

Manu und Miri und das Moheno Wrack

Beautiful Lake Mc Kenzie :-D

Mhhh...mit 13 Gepäckstücken können wir wohl kaum trampen gehen...Shit! ;)

Dienstag, 10. Mai 2011

Lache und das Leben lacht zurück :)

Einen wunderschönen, frühen, sonnigen Guten Morgen vom Bruce Highway!


Wir sind heute morgen schon vor 7 Uhr in Brisbane gestartet und haben uns auf den Weg nach Rainbow Beach gemacht, von wo wir morgen früh die Fähre nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt, nehmen werden :-D
Hinter uns liegen wunderschöne Tage! Seit ich die Mädels Mittwoch und Donnerstag kennengelernt habe, sind wir eigentlich ununterbrochen gemeinsam unterwegs :)
Nina aus der Nähe von Stuttgart und Svenja aus Essen sind schon seit 10 Monaten in Australien, haben lange als Au Pairs gearbeitet und reisen nun schon seit 5 Wochen mit ihrem „Freddy“ (So heißt unser Auto :) )durch Australien die Küsten entlang, bevor es für sie Anfang Juni zum Studienbeginn nach Hause gehen wird. Manu aus Glashütte, endlich mal wieder ein Ossi ;-D, war auch auf der Suche nach einer Mitreisemöglichkeit nach Cairns und so passten unsere Reisevorstellungen doch alle ziemlich gut zusammen :o).
 Die letzten Tage in Byron Bay waren bezaubernd! Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sehr einem ein Ort und eine Zeit am Herzen liegen kann, meist merkt man es erst so richtig, wenn man weitergereist ist, bei Byron wusste ich es schon viel eher. Ich habe so viele schöne und schwere Momente in Byron Bay erlebt und am Ende hat das wundervolle, die atemberaubend schönen Zeiten so sehr überwogen. Wieder war ich 11 Tage an einem Ort und Byron ist ohne Frage, der Ort der mir auf meiner bisherigen Reise am meisten bedeutet hat, ich habe einfach alles geliebt =)
Es fühlt sich immer noch komisch an nicht mehr jeden Tag durch die gemütliche City zu bummeln, die Möglichkeit zu haben jeden Tag Surfen zu gehen, am Strand zu sitzen, im Woodys Surferpartys zu feiern, Robin sehen zu können, jeden zweiten Abend in die Aquarius Bar zu gehen und günstige Bierchen zu schlürfen, ich vermisse das schönste, tollste aller Hostels „ Die Arts factory lodge“, unfassbar was ich für tolle Tage hatte, seit ich dorthin gezogen bin =) In den letzten Tagen in Byron haben Svenja, Nina und ich sich Surfboards ausgeliehen und ich habe den Mädels Surfen beigebracht…*lach*…da ich ja selbst schon so fortgeschrittenen  bin *höhö* …als Lehrerin habe ich mich aber gut gemacht und meine beiden Schäfchen stehend auf die Boards bekommen :) Naja, die Wellen waren an dem Tag aber auch super für Anfänger :) Dann durfte ich mich auch mal ein paar Minuten mit Robins Shortboard davon überzeugen, dass ich vom richtigen Surfen noch viele, viele Stunden üben entfernt bin ^^
Seit ich Manu kenne, waren wir dann auch endlich mal richtig jeden Abend feiern und lustig abhotten, oh man, wie bescheuerte Backpacker man eigentlich an der Ostküste treffen kann. Echt ne Welt für sich! Seit ich wusste, dass ich jetzt endlich am Sonntag auf den erträumten Roadtrip gehen würde und wir dann auch noch ein umwerfendes Tourangebot gebucht haben (3 Tage Fraser Island, eigener Geländewagen mit 3 Tagen in Rainbow Beach und Delphin-Fütterung ^^,  2 Tage Whitsunday-Katamaran-Sailing, 3 Tage Jungle-Safari von Noosa aus und dann noch 2 Hostelnächte in Airlie Beach und 3 Nächte in Cairns und das alles für 500 Euro..not to bad :-D ) , konnte ich Byron doppelt genießen :-D Am Sonntag startete dann unser 4er Roadtrip in Svenjas und Ninas Ford Falcon. Wir haben wirklich alles Gepäck reinbekommen und mit lauter Musik ging’s los ins Hippiestädtchen Nimbin. Auf dem Weg haben wir noch einen wunderschönen riesigen Öko-Hippie-Markt passiert, vegetarisches ökologischen Essen probiert und einfach die vielen verrückten Menschen bestaunt :)

Von Nimbin hatte ich mir eigentlich nichts Großes erhofft außer ne kurze, hässliche Straße und ne Menge Junkys, die uns alle 2 Meter versuchen Drogen zu verkaufen, ich wurde ziemlich positiv überrascht. Erstmal weil die Landschaft um Nimbin traumhaft schön ist und wir durch tolle Regenwälder und verlassene Bergpässe gecruist kamen, zweitens weil die vielen bunten Häuser bei strahlender Sonne echt süß waren, die Shops einfach unglaublich lustig durchgeknallt und drittens weil klein Miri anscheinend so nicht nach Drogen aussieht, dass mir nicht ein einziges Mal was angeboten wurde, während Manu, Svenja, Nina und Robin alle paar Meter gefragt wurden ^^
Von Nimbin sollte es dann weiter gehen in den Nightcap Nationalpark zu den Minyon Falls, wo wie die Nacht verbringen wollten:

Minyon Falls - 100 Meter in die Tiefe

In Nimbin hieß es dann also endgültig Abschied nehmen von Robin mit dem ich so wunderbare Momente in Byron Bay erlebt habe. Ich vermisse das stundenlange Quatschen, die gemeinsame Begeisterung für’s Surfen, schön, dass ich so viel über Wellen, Surfboards und ein ganz anderes Leben erfahren durfte. Meine momentane Ansicht von einem perfekten Leben: Mit dem Van jede Nacht am Strand übernachten, Surfboard auf dem Dach, immer den Wellen hinter her, jeden Morgen mit Kaffee aufs Meer hinausblicken und analysieren wie heute die Wellen sind *lach*…
Im Nationalpark und in Surfers Paradise hatten wir leider mal wieder scheiß Wetter, also schnell weiter nach Brisbane, wo wir jetzt 2 Nächte bei Freunden von Svenja und Nina gewohnt haben. Für mich war’s ja nun schon Part 3 in Brisbane und dieser Teil war auch nochmal richtig, richtig schön!
Brisbane by night :)

Super tolles Wetter, gemütlich mit den Mädels durch die City schlendern, in Southbank an der Lagune vorbei bummeln und dann nochmal ab in die „Modern Art Gallery“ :) A wonderful day! Dann haben wir noch alle zusammen für unsere Hausherren gekocht, es passt einfach mit den Mädels, wie haben so viel Spaß, lachen viel, ich bin sehr, sehr glücklich im Moment. Manu und ich fahren das Auto eigentlich nicht, also genießen wir die Landschaft, die Musik und lassen und einfach treiben :-D Ich denke gerade wenig an Deutschland, nachdem ich wochenlang  so viel an Berlin, Medizin studieren, Handball, Vergangenheit und Zukunft gedacht habe, bin ich jetzt zum ersten Mal mit ganzem Herzen in Australien und würde gerade nirgendwo lieber sein. Gerade bin ich einfach unbeschreiblich dankbar, dass ich alles habe, was ich immer wollte =)
Um 13.30 Uhr müssen wir in Rainbow Beach zu unserem Fraser Island Vorbereitungstreffen sein, gerade holen wir noch ne Freundin von Nina vom Flughafen ab und morgen früh geht’s dann los. Ich kann’s gar nicht fassen, ich freu mich so krass drauf mit dem 4-Radantrieb über die Strände zu flitzen, auf eine hoffentlich tolle Gruppe, gute Gemeinschaft und interessante Menschen…mal sehen was so auf uns wartet *smile*

Ich vermisse euch, Miri




Donnerstag, 5. Mai 2011

"Male neue Bilder in dein Herz" :)

So meine Lieben,

viel Zeit ist vergangen, über 2 Wochen schon wieder einfach so davon geflogen, viele krasse Sachen sind mir passiert und irgendwie wollte ich in den letzten Tagen immer schreiben oder anrufen, aber ich wusste nicht, was ich sagen sollte… Ich erlebe hier gerade ein krasses Hoch und Tief. Gerade sitze ich ein bisschen außerhalb von Byron Bay in der „Arts Factory Lodge“, ein Hostel, dass in den 70er Jahren eine Hippiekomune war und schmunzel darüber, wie wahr doch alle Berichte über dieses eigene kleine Dorf sind. Vor mir ein Moor, ein Mix aus Zelten und normalen Dorms, Grasgeruch, ein „Tropical Paradise“ irgendwo im Wald, Pool, Tiere, Hippies, Gitarrenspieler… ich kann noch nicht einchecken und kenne auch niemanden außer dem kleinen gelben Vogel auf meinem Tisch^^, aber ich fühle mich definitiv schon mal wohler hier als in meinem Party-ich-sauf-mir-das-Hirn-weg-Hostel, in dem ich dummerweise die letzten 2 Tage verbracht habe.
So, wo anfangen mit erzählen? Von Brisbane ging es gezwungenermaßen nach Surfers Paradise, da Byron Bay über das Osterwochenende komplett ausgebucht war. Surfers Paradise ist eigentlich wenig erwähnenswert, als ich 16,17,18 war, hätte mir dieser Mix aus Ballermann, Alanya, Vegas und Costa Brava definitiv gefallen, im Moment finde ich Hochhäuser und Partyhochburg eigentlich nur nervig. Das Wetter war ziemlich nervig und außer Shopping und Party kann man bei schlechtem Wetter eigentlich nicht viel machen…nach zweiterem war mit allerdings nicht und auch Shopping war nach 2 Tagen genug, also endlich ab nach Byron Bay am vergangenen Mittwoch. Positiv in Surfers Paradise war auf jeden Fall mein erster Surfkurs, der übelst viel Spaß gemacht hat :) , das Islander Resort Hostel, wo wir eher Hotelkomfort hatten und einige wirklich liebe Menschen, die ich in meinem Hostelzimmern kennengelernt habe!

Vor einer Woche genau bin ich dann endlich nach Byron Bay aufgebrochen, um mit Dan und Julia (in Surfers Paradise kennengelernt)  Surfen zu gehen :) Wir mussten lernen, dass das „Lesen“ der Wellen die eigentliche Kunst des Surfens ist und dass wir zuerst einmal die richtigen Wellen für uns Beginner ausfindig machen mussten, trotz allem machte es riesig Spaß sich mal wieder richtig auszupowern, paddeln zu lernen und zu merken, dass da noch irgendwie Muskeln in meinem Körper schlummern =)
Byron Bay ist übrigens eine wunderschöne kleine Stadt am Meer, gemütlich, relaxt, keine Hochhäuser, viele Hippies, Straßenmusik, süße kleine Boutiquen, tolle Cafes, unglaublich schöne Menschen, hier gibt es die berüchtigten Surferboys wirklich in jeder Aufmachung *lach*, tolle Wellen, Strände und Natur und nach 9 Tagen hier habe ich langsam das Gefühl jeden Abend die Hälfte der Menschen in den Bars und Clubs zu kennen *lach* :)

Julia, Dan und ich wohnten in einem lustigen Hostel nahe am Strand und aus meiner einen geplanten Nacht dort, wurden 5 Nächte im Partyzimmer 17 =) … 10 Betten und viele, viele interessante witzige Menschen: Das völlig verschiedene Banker-Duo aus Melbourne, dass sich abseits des Börsenhandels mal kurz für 5 Tage in einen Gangsterrapper mit Goldkettchen und den Grasrauchenden Partylöwen verwandelte, Becky, das Englisch-Army-Girl, dass sich von Boardshorts und Sportshirt zu heißem Vamp im Kurzen Schwarzen verwandelte, dummerweise meinte klein Miri, sie könnte ja mal versuchen mit Beckys Trinkvolumen mitzuhalten (Engländer? Army?... Finde den Fehler!)…ihr wollt nicht wissen, wie das geendet ist! ^^ Ich hatte eine schöne Zeit mit Dan&Julia und den ganzen lustigen Zimmerbewohnern, aber dann sind wie immer alle abgereist. Wenn mir noch einer erzählt, wie schön doch das Alleinereisen ist, weil man viel mehr Menschen kennenlernt, werde ich mal zurück fragen, ob sie diese Scheiße eigentlich ernst meinen oder man das einfach nur sagen muss?! Klar ist es wunderbar wie viele coole Menschen man trifft, aber was ist schön daran immer wieder nach ein paar tollen Tagen getrennte Wege gehen zu müssen, weil Zeit und Pläne nicht zusammen passen????!??? Wie ich das satt habe immer nur Leute zu treffen, die bald zurück nach Hause müssen, wo sind die Menschen, die so flexibel sind wie ich???
Am Wochenende habe ich mir dann noch mal einen dreitägigen Surfkurs gegönnt, was definitiv Spaß gemacht hat!!! Leider hatte ich das Gefühl am ersten Tag richtig gut gewesen zu sein, anschließend aber eher nachzulassen ^^ Lag vielleicht daran, dass jeder Muskel in meinem Körper wehtat und meine Arme gefühlte 7 Meter lang waren *lach* Naja, neuer Versuch morgen oder übermorgen, ich brauch erstmal 2 Tage Pause! Man sollte einfach darauf hören, wenn einem erfahrene Surfer sagen, dass man es zu Beginn nicht übertreiben sollte! Am letzten Tag meines Surfkurs waren wir so ne kleine deutsche Gruppe und die Wellen waren so crazy, dass wir erstmal alle ineinander geflogen sind. Zum Glück hat sich keiner verletzt, sah auf jeden Fall abenteuerlich aus ^^

Und dann total überraschend aus dem Nichts traf ich diesen unglaublichen Mann… Weltenbummler, mit dem Van und dem Surfboard auf dem Dach durch Australien, Leben in Uganda und Costa Rica, zum Arbeiten und Surfen nach Bali, Sportler, Filmproduzent und Drehbuchautor, Musiker…Ich hatte eine so wunderbare magische Zeit mit ihm…unvergesslich schön :) Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl jemanden wieder mögen zu können, zu gleich musste ich aber auch realisieren wie tiefe Wunden noch da sind.
Und nun würde ich alles dafür geben, einen Van zu mieten und die Küste hochzufahren und schnell abzuhauen, bevor es kompliziert wird.
Ich hasse es alleine keinen Van mieten zu können und ich hasse es, dass ich genau weiß, was ich will und es nicht einfach machen kann. Ich wehre mich mit aller Kraft gegen das langweilige Greyhound-Busticket, schön die Standardspots jedes Backpackers anfahren *NEEEIN* Ich will einen Van, ich will meinen eigenen Weg gehen, ich will mein Surfboard dabei haben, ich will campen, wo immer es mir gefällt, wandern und Natur. Gerade habe ich 2 deutsche Mädels, die schon mit dem Wagen unterwegs sind, angerufen und wir treffen uns wohl morgen oder übermorgen in Byron und gucken, ob unsere Vorstellungen zusammen passen :) Na dann jetzt mal schnell hier mein Zimmer beziehen und dann ab ins Zentrum, kann ja sein, dass ich Byron Übermorgen schon verlassen werde… So schnell kann sich eine neue Perspektive ergeben =)
Ich spiele stark mit dem Gedanken im Juli nach Asien zu fliegen und einige Monate dort zu verbringen: Thailand, Malaysia, Singapur, Bali, Vietnam… Ich kann es nicht erklären, Australien ist wunderschön und ich habe schon so viele unvergessliche, wundervolle, einzigartige Momente hier erleben dürfen, aber irgendwie reizt mich das Abenteuer einer „nicht-europäischen“ Welt. „Alles wird anders kommen als ich es immer erwartet habe“…das trifft auf meine Reise auf jeden Fall zu.

Ein Tag vergangen und alles hat sich mal wieder geändert…verrückt! Gestern Abend trafen die süße Manu, die ich vor 2 Tagen kennengelernt hatte und die auch auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit nach Cairns war, die beiden deutschen Mädels Svenja und Nina. Und es war einfach super lustig. Ich fühl mich zwar ein bisschen wie die Oma und Big Mama in einem *lach*, weil ich die älteste und mit Abstand die größte und breiteste bin, aber was soll’s, muss ich halt auf Fotos klein machen *grins*.  Oh man, was ich hier in 9 Tagen Byron Bay für ein mega krasses himmelhoch fliegen und unglaublich tief fallen erlebt habe, ist echt unbeschreiblich. Ich habe so viele lustige Momente mit meinen Zimmerkammeraden erlebt, hatte das Gefühl ein bisschen vom Boden abzuheben als ich meine Wellen gestanden habe, habe so viele Komplimente und Bestätigung bekommen, mein Englisch ist fließend geworden und ich habe mich unzählige Stunden unterhalten, ich habe Robin kennengelernt und angefangen „neue Bilder in mein Herz zu malen“ (Ich liebe das Zitat :) ), ich bin in dieses unglaubliche schöne tropische Hostel gezogen und nun steht mir wirklich der Natur-Outdoor-Camping-Trip mit den so sympathischen Mädels bevor…und dann habe ich auch noch Manu getroffen und wenn wir uns in den nächsten Wochen weiterhin so gut verstehen und richtig kennenlernen, werden wir wohl im Juli gemeinsam für 2-3 Monate durch Asien reisen. YES!!! :-D
Gerade im Moment habe ich einen Plan und ich bin glücklich, Sonntag geht’s in die Hippie-Stadt Nimbin, dann für mich ein zweites Mal nach Surfers Paradise und Brisbane und dann Fraser Island, Whitsundays und all die schönen Stellen, die dazwischen liegen :-D Ich hoffe wirklich, dass diese Kombi passt und wir mit der Wasserpfeife, dem Volleyball, dem Navi und dem hoffentlich mega lauten Radio ne geile Zeit mit Lagerfeuer und Strand erleben werden :-DDD…FREIHEIT!
In Byron war ich aber auch tierisch allein und verzweifelt, weil ich nicht wusste wie es weiter gehen sollte und jetzt plötzlich ist das alles schon wieder vergessen. Es ist Wahnsinn wie wenig Konstanz in diesem Leben hier steckt!
So, jetzt kommen die Mädels gleich ins Hippiedorf, ich muss unbedingt mal Bilder machen. Wir wohnen in einem Regenwald-Moor mit 70cm langen Eidechsen :) Und dann beginnen die letzten 2 Tage im wunderbaren Byron Bay, heute Abend gehe ich dann ein letztes Mal mit Robin aus und dann werden bald wieder neue Geschichten geschrieben.

Bis bald, viele feste Umarmungen, eure Miri


Mittwoch, 20. April 2011

Am Ende der Welt rechts abbiegen - oder - eine Reise zu mir selbst :)

So meine Lieben,

nachdem ich nun schon über 2 Wochen vom Erdboden verschluckt bin, kommt endlich ein neuer Blogeintrag :)  Ich hatte schon am dritten Tag hier im Camp angefangen ihn zu schreiben und nun sind schon 2 Wochen hier vergangen ohne dass ich ein Wort zustande gebracht habe :-( Die Zeit rennt nur so davon und ich kann überhaupt nicht fassen, dass nur noch 4 Arbeitstage vor uns liegen und wir am Sonntag dann wieder in Brisbane sind…Großstadt…Hostel-Leben…Backpacker…komisches Gefühl irgendwie!
So nun aber erstmal zu den vergangen Wochen, es wird wahrscheinlich ziemlich chaotisch und  ich hoffe, ich kann diese  verrückten, super tollen und bereichernden Wochen überhaupt noch zusammenfassen… Wundert euch bitte nicht, wenn die Zeitachsen manchmal durcheinander sind, das kommt durch den Mix von Eindrücken nach 3 Tagen und nach 2,5 Wochen ^^
Das Lesen lohnt auf jeden Fall richtig, denn wir haben echt den Lacher des Jahres gebracht! =)

Wir sind definitiv im Working Paradise und ja, hätte man mich zuhause gefragt was ich mir als perfekten Spot in Australien vorstellen würde, hätte ich bestimmt von Meer und weißem Strand erzählt, aber das kann auch ganz anders aussehen....
Also von vorne: Ich weiß, ich hab überhaupt noch nichts geschrieben über Brisbane, ich versuch das mal kurz zu fassen^^
Als ich nach meinem grandiosen 13 Stunden am Adelaider Flughafen-Tag, den ich tierisch genossen hab! :o) ( Endlich mal Mails schreiben, Unterlagen sortieren und einfach mal soo viel Zeit nur für mich :) ) abends in Brisbane angekommen bin, haben mich die Mädels gleich im Hostel in Empfang genommen und es gab nach einer Woche getrennt viel zu erzählen. Das Hostel fand ich zu Beginn sooo unendlich geil! Zentraler konnte man nicht sein, wir haben nur 18 Dollar bezahlt (die Flutschäden machen sich hier bemerkbar...), hatten ein riesen Zimmer (verglichen zu den Adelaider Hosteltimmern ohne Fenster *lol*) mit 8 Betten, super bequem, fast nur Leute, die auch mal länger bleiben bzw. schon 2 Monate da wohnen und nicht das nervige Durchgereise die ganze Zeit. Der erste Morgen in Brisbane war super schön, tolle Stadt, aber in den nächsten Tagen hat mich die Panik von Merell und Marijn keinen Job zu finden irgendwie auch mit runter gezogen. Genau wie in Deutschland ist natürlich auch Jobsuche hier nervig und die beiden Holländerinnen hatten eben auch nicht mehr viel Zeit, da sie schon Mitte Mai weiterfliegen nach Neuseeland und dafür noch dringend Geld brauchen...Nun ja, Australischen Lebenslauf schreiben, Steuernummer und Kontonummer besorgen und die ersten Resumés verteilen, habe ich dann in den Tagen erfolgreich absolviert und anscheinend hab ich mich auch nicht so blöd angestellt, denn bei nur 3 ausgeteilten Resumés hab ich einen Jobcall erhalten, ich hab also gute Hoffnung, dass ich immer einigermaßen gute Arbeit hier finden werde...=) Denn als ich angerufen wurde, hatte ich mich schon entschlossen mit den Mädels Brisbane zu verlassen und auf einer Farm für 3 Wochen zu arbeiten :) Ich fühle mich eh viel wohler auf dem Land. Das Rumgehänge in der Stadt nervt mich tierisch an, dafür bin ich nicht in Australien auch wenn die Städte alle traumhaft schön sind!
Ich hoffe, wenn ich aus dem Outback zurück bin eine Reisegruppe zu finden mit der ich dann wieder nen Van mieten kann und einfach überall in diesem wunderschönen Land übernachten und den Tag verbringen kann und nicht auf dumme Touren oder Bus- und Bahnstrecken angewiesen zu sein!
Die 10 Tage, die ich in Brisbane verbracht haben waren ziemlich cool, trotzdem bin ich jetzt froh in der unendlichen Weite des "Nirgendwo" zu leben *smile*
Wir waren im Casino und bei einem Typen, der an unsere Rezeption arbeitet auf ner Poolparty in einer 6er Männer WG in einem unfassbar riesigen krassen mega geilen Haus auf einem Berg mit Blick über gesamt Brisbane und ungefähr 250 qm. Völlig merkwürdig für mich bei eigentlich  fremden Aussis fast 2 Tage zu verbringen... Kann mir bitte jemand die Fähigkeit schencken australischen Slang zu verstehen?!? ;) Scheiße, es nervt so krass, wenn du mit so coolen  Australiern Zeit verbringst und einfach 20 % der Konversation nicht checkst!
Am Mittwoch gingen wir zu dritt in unserem Partnerhostel zur Backpacker-Farmwork-Jobbörse und nachdem die Mädels meinten sie wären so verzweifelt auf Jobsuche, bot uns Jeremy an 3 Wochen Bäume auf einer Plantage zu pflanzen...17,20 Dollar die Stunde, 60 Stunden die Woche (rechnet das mal aus^^), freie Unterkunft und Verpflegung... Na das klang doch ziemlich cool. Die Arbeitshose und Stahlkappenschuhe mussten wir dann irgendwie selber auftreiben und Sonntag früh sollte es dann mit dem "Greyhound-Bus" nach Roma, was etwa 500 km landeinwärts von Brisbane entfernt liegt, gehen. Die nächsten Tage waren wir alle ganz schön aufgeregt, wir hatten echt Angst nicht fit genug zu sein, weil Jeremy meinte, sie bräuchten richtig fitte Leute, und irgendwie fiel uns immer mehr auf dass wir eigentlich gar keine Plan hatten, was uns erwartete,  trotz allem freute ich mich riesig auf meine Vorstellung in einem alten Holzhaus unseren 3er Privateroom zu bekommen, viele Backpacker zu treffen, abends immer ein schönes Rindersteak zu bekommen (in Roma ist nämlich eine riesen Rinderzucht...Wikipedia-Info *lach*) und bei 45 Grad über einen Acker zu laufen und Orangen oder Äpfelbäumchen zu pflanzen...Ja....Meine Vorstellung sollte so etwa eintreten...MUAHAHAHAHAHAHAHAAAA!!!! ;-)

Samstag bevor es losging war ein wundervoller Tag, denn Isalein besuchte mich in Australien und wir verbrachten einen superschönen Tag in Brisbane, liefen uns die Füße wund, sahen richtig viel von der Stadt, gönnten uns einen Starbucks-Kaffee und es war einfach sooo schön ein Teil Heimat hier zu haben, auch wenn es nur so kurz war. Ich habe Berlin und euch letzte Woche zum ersten Mal zu unerträglich vermisst und da war es doppelt schön und krafttankend eine so liebe Freundin nahe zu haben :)

Sonntag, 27.März, früh hieß es dann verabschieden und ab zum 7.30 Uhr Bus nach Roma. Ach war das schön wieder im Bus zu sitzen und in die endlosen Weiten aus der Stadt rauszuduisen. Ich liebe es! Um 15.30 Uhr standen wir dann in Roma, viel größer als erwartet für starke 6000 Einwohner *lach*...McDonalds, KFC, Woolworths...im Vergleich zu den Outbackstädtchen, die wir bisher kennengelernt haben war das ja unfassbar groß ^^ 5 Minuten später holte uns die sympathische, junge Telefonstimme  Lance dann ab...in einem verdammt großen ATV (All Terrain Vehicle...wir sollten auch erfahren warum wir SOLCHE Wagen fahren........) "Steigt ein Girls, braucht ihr noch was aus der STADT???" …Und dann ging es los...eine Stunde entfernt von Roma ist nämlich unsere Arbeit, genauer gesagt also im absoluten Nirgendwo, nach Roma kommt wirklich eine Stunde kein einziges Haus, bis man irgendwann dann das „Origin Energy“ Eingangsschild passiert…
Lance war mal selbst Backpacker aus England, bis er dann diesen Job bekam und sich entschied zu bleiben... am Anfang war's ganz schön schwer für mich ihn zu verstehen, aber da er so gesehen unser "Babysitter" ist, verbringen wir jeden Tag gemeinsam. Und mein Englisch wird besser und besser, auch wenn ich hier in einer reinen australisches Gemeinschaft  in ungefähr 60 Prozent meiner Gespräche immer noch peinlich berührt und nervös bin und wieder Fehler mache, die ich längst besser kann *nerv*. So viel zum Thema "Sich selbst im Weg stehen..." Was mein Englisch anbetrifft, bin ich eh viel zu selbstkritisch, denn hier unter diesen ganzen typischen „Aussi-Männern“ mit extremem Slang zu leben und mich inzwischen meist sogar ziemlich brauchbar unterhalten zu können, heißt eigentlich, dass es nicht so schlecht sein kann, aber ich bin trotzdem immer böse mit mir, weil ich mich nicht so ausdrücken kann, wie ich das gerne würde. Ist für Quasel-Miri halt auch verdammt schwer keinen einzigen Deutschen weit und breit zu haben und dann nicht mal Handyempfang oder Internet zu haben… War ja auch ne grandiose Überlegung kein Wörterbuch mitzunehmen, hier hätte ich es definitiv gebrauchen können. Den einen oder anderen Sprachkollaps hatte ich dann in der dritten Woche schon. Ich wollte unbedingt meine Freunde und Familie anrufen und endlich mal über all die besonderen Gedanke und Gefühle, die ich hier habe reden und ich konnte es nicht… Sicherlich eine Situation, die man im Leben nur selten so erlebt!

Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir das "Origin Energy"- Gelände. Dass wir für einen Energiekonzern arbeiten hatte Jeremy uns nicht gesagt...und nach einer Fahrt über das endlos große grüne Gelände standen wir nicht vor einem alten Farmholzhaus, sondern auf einem Parkplatz mit ungefähr 50 ATVs aller Größen neben einem TENNISPLATZ...daneben so eine Art Bungalowcamp…"Willkommen im Camp, willkommen Zuhause!“ ^^ Die Sprachlosigkeit kann man nicht ausdrücken...Wir haben ALLES, es fehlt nur der Swimmingpool. Wir standen im Speisesaal und ich glaube wir wollten alle losheulen...Obst, Obst, Gemüse, Joghurt, Müsli, warmes Buffet, kaltes Buffet, Kuchen, Eis, Tee, Kaffee, Säfte...Es gibt Frühstück, im Übrigen von 4.45-6.15 (und da waren wir dann auch meist um 5 Uhr, weil die Auswahl viel zu toll für ein kurzes Frühstück war) *lach*, wo wir unsere Lunchpakete packen und abends einfach das mega geile Essen. Oh man, was ich für ein krasser Backpacker geworden bin, dass ich soooo GLÜCKLICH über das Essen sein kann, sooo unendlich fasziniert und happy und gut gelaunt, smiling all the time...Es ist schön so zu sein :) Ich glaube alle haben gedacht wir spinnen, wie sehr wir uns einfach über alles gefreut haben :-D
Ich bin hier rumgesprungen als ich erfahren habe, dass ich JEDEN verdammten Tag Tennis spielen kann und wir haben ein Fitnessstudio!!! Dann haben wir noch ne Bar, Billiard, Dart und Floppy, unser Campkänguruh :) Und dann hat uns die ESS ( die Cleaning und Cooking Company) unsere EINZELZIMMER gezeigt, die sie für uns putzen...Ähhmmm...ja...ich hätte auch das 3er Zimmer in der Scheune mit Spinnen genommen *wahnsinn*. Ich hab einen eigenen Kühlschrank mit Eisfach und 7 Bier drin...Ätsch!, einen eigenen TV, Schreibtisch, Klimaanlage und das gefühlte bequemste Bett auf dieser Welt^^. Süß gefaltete Handtücher mit Seife erwarteten uns…überhaupt ist mein Zimmer inzwischen das schönste und sauberste im ganzen Camp, da bin ich mir sicher *lach* Ich hab alle Fotos und meine riesen Australienkarte aufgehängt und mich wunderschön eingerichtet...KLEIDERSCHRANK! Ihr glaubt nicht wie glücklich wir waren!!!

Tag 1 im Camp...ab ging's zur Bar, die macht genau um 17.30 Uhr auf, um 17 Uhr kommen normalerweise alle von der Arbeit ins Camp zurück. Wir sind hier so etwa immer gleichzeitig 50-70 Leute, verschiedene Wochenschichten, die meisten arbeiten 2 Wochen und haben dann 2 Wochen frei, wir müssen da noch etwas durchblicken...Wer genau was macht, kann ich bis heute nicht überblicken, dafür wechseln die Leute auch viel zu oft.
Ich weiß, dass wir in der Pangomia-Sektion arbeiten mit Lance, Scooter, Toby, Trevor, Guy (Ja auf das MÄNNERthema komm ich dann später mal^^)
Vor etwa 2 Jahren startete hier dieses neue Projekt, in dem in den nächsten Jahren aus Samen der Pongamia-Bäumen Biodiesel hergestellt werden wird (fragt mich nicht wie die das anstellen).  Zu Beginn haben wir auf den schon bepflanzten gigantischen Feldern abgestorbene Bäume ersetzt (Oh man bin ich froh, dass ich nicht hier was, als die hier fast 100000 Bäume gepflanzt haben!!!^^), das hat aber auch Spaß gemacht und war nicht wirklich körperlich anstrengend: Loch buddeln, Bäumchen rein, einbuddeln, bewässern, fertig…weiter mit dem Bobcat über’s Feld duisen=)  Inzwischen düngen, besprühen und kultivieren wir die Felder und stellen das Blühen und Gedeihen unserer kleinen Lieblinge sicher *lach*... Mowing (= so ne Art Rasenmähen nur in großer Dimension) war richtig lustig, fühlte sich an wie Achterbahnfahren =) (Fasten your seatbelt!!!*lach*) , aber leider hat Trouble den Motor überhitzt *lach*à Mäher kaputt, zurück zum Düngen von etwa 90000 Bäumen (für die letzten 7000 ist uns der Dünger ausgegangen *grins*).

Mit dem Bobcat ("Buggy") quer durch's Gelände war ein riesen Spaß!



Das Hauptaugenmerk auf diesem Origingelände liegt, glaube ich, in der Erdgasförderung. Überall auf diesem riesen Gelände (man braucht einen halben Tag um von einem Ende zum anderen zu fahren) sind Erdgaspumpen installiert und es gibt drei große Gasplantations (Strathblane, Toloona und Spring Gully à wir wohnen im Spring Gully Camp). Was diese Unmengen an Menschen hier tun kann ich zwar nicht überblicken, aber es ist lustig zu sehen wie viele Ingenieure, Elektriker und und und hier jede Woche so gebraucht werden…. Viele tolle, interessante Menschen, ähhm vorwiegend Männer, im Camp.
Eines weiß ich, es gibt hier genau einen Deutschen = Mich, kein Internet, kein Handyempfang --> kein Deutsch für 3 Wochen, außer wir fahren nach Roma an unseren freien Sonntagen, das heißt …JUHUUU Englisch Trainingscamp…auf die harte Tour *lach*. Nach 2,5 Wochen kann ich nun sagen, dass das definitiv nicht immer einfach war, da ich auch kein Wörterbuch besitze und es natürlich für Australier auch schwer vorstellbar ist, dass Englisch nicht überall auf dieser Welt die erste Sprache ist *smile*  Aber ich habe viele tolle Gespräche geführt, mich in den Slang reingehört und kann jetzt sogar die Spezies „Aussi-Landman“ manchmal verstehen *lach* Was die sprechen ist nämlich kein Englisch mehr, sondern lustiges Slang raten. Ich freue mich auf Deutsch im Hostel und auf Telefonate, aber diese Zeit hat mein Englisch natürlich unglaublich bereichert und ich bin stolz auf mich, dass ich mich trotz allem so gut in einer reinen australisches Welt zurecht finde :)

Zurück zu Tag 1 ^^
Nachdem wir unser Gepäck einfach in die Zimmer geschmissen haben, ging’s dann gleich rüber zur Bar... 3 coole, hübsche, junge Frauen hier, DAS Highlight, aber die ganzen Männer, allen Alters waren einfach soo süß, nicht penetrant oder aufdringlich, sondern sooo unendlich nett, freundlich und unglaublich aufgeregt *lach* Lance hat uns dann später mal erzählt, dass seit dem Moment in dem er erzählt hat, dass drei weibliche Backpacker kommen alle außer Rand und Band waren und die Ankunft der drei blonden Schwedinnen kaum erwarten konnten *lach*…
Nachdem ich 3 Minuten am Tisch saß, hab ich mich sofort ins erste Tennismatch eingeklingt und ja "Steffi Graf" war sofort mein Spitzname ;) Wir spielen einfach so zum Spaß, aber heute wollten Greg (der ESS-Leiter) und ich eigentlich ein richtiges Match darbieten, aber es regnet, nein es fisselt = Lasst alles stehen und liegen, wir können nicht weiter arbeiten *lol* (Das zählt nicht nur für Tennis, sondern auch für alle Arbeiten draussen…SAFETY FIRST! *muhaha*)

Es ist soo krass, so viele Namen und neuen Eindrücke, aber einfach ein so unglaubliches Gefühl hier sein zu dürfen und für all das hier auch noch bezahlt zu werden wie ein kleiner König, wirklich alles essen und for free benutzen zu können, Handtücher, Waschmaschienen, Fitnessgeräte (und nicht zu vergessen: unsere sexy 3XL Workingshirts, Safety Sunglasses, Gärtnerhut und Sicherheitshandschuhe (Vorschrift!)…na wenn wir mal nicht richtig sexy aussehen *hust*)
Wenn ich die letzten Monate backpacken betrachte…Ich habe es nie vermisst, ich habe mein eigenes Zimmer niemals vermisst und ich kann nicht fassen, dass ich es hier habe, wo ich mit Spinnen und Holzbetten gerechnet habe und mich immer noch tierisch drauf gefreut habe..
Tag 1 war wundervoll und ich glaube alle haben uns geliebt, wegen unserem "Wir können es nicht fassen -Lachen" und der Begeisterung die wir bei unserem ersten Abendessen aufgebracht haben. Lance passt  super auf uns auf, stellt uns vor und nach meinen anfänglichen Sprachbarriereproblemchen wurden wir  wärmer miteinander, wir lachen so viel, dass uns gestern Abend das Gesicht weh tat :)

Gestern war Arbeitstag 1...wir waren sooo aufgeregt, dass wir verschlafen würden, dass wir alle um 20 Uhr ins Bett gegangen sind und gegen 22.30 Uhr wieder wach waren und dachten "Scheiße, Aufstehen^^" Um 3.45 Uhr begann mein erster Tag, schlafen konnte ich eh nicht mehr, also wurde mein Zimmer dekoriert,.
Um 5 Uhr gehen wir jeden Tag zum Frühstück, um 6 Uhr beginnt der Arbeitstag. 11 Stunden inkl. Pausen, 6 Tage die Woche.... Klingt verrückt oder?!? Wir haben uns super schnell dran gewöhnt =)
Tag 1 ließ uns noch etwas erfahren: 38 Stunden werden normal bezahlt, die nächsten 4 1,5 fach, 21 Stunden DOPPELT...das ergibt in 3 Wochen um die 4000 Dollar...Tut mir leid für die Wortwahl, aber krasse Scheiße!!!!! Jedes Mal, wenn ich einen Kaffee trinke oder mich hinsetze fühle ich mich schuldig, weil ich bezahlt werde wie ein Lehrergehalt in Deutschland, aber jetzt weiß ich auch, warum in Australien alles unfassbar teuer ist, bei den Löhnen sind das ja Peanuts ^^
Die ersten 6 Stunden verbrachten wir mit Papierkram, Kaffee trinken und  Einweisungen in Sicherheitsvorkehrungen: „Wenn es warm ist viel trinken, kein Kokain bei der Arbeit, Kühe auf der Straße nicht umfahren und keine Haustiere mit zur Arbeit bringen…“ (ohne Worte!)  Das kann man sich auch nur vorstellen, wenn man mal für eine australische Gascompany gearbeitet hat. Mein Lieblingssatz ist im Übrigen " Don't hurry. There is always a tomorrow" ...Sicherheit geht (SAFETY FIRST!) vor, 10 Liter trinken an heißen Tagen, heißt die endsprechenden Pausen dafür...Australische Arbeitsgeschwindigkeit, trifft auf „Gascompany-Bitte keine Unfälle"-Mentalität...
Ich musste mich für meine deutsche „Gib mir was zu tun“- Mentalität nicht nur einmal entschuldigen und mir anhören ich würde Stress verbreiten… Ja sorry, ich bin keine 5 Kaffeepausen am Tag gewöhnt! Wie groß der Sicherheitsaspekt hier geschrieben wird, war für mich anfangs etwas komisch, aber in den Wochen habe ich es verstehen und schätzen gelernt. Zum Beispiel: Alle 2 Stunden beginnend ab 9 Uhr „Call in“ aller Mitarbeiter bei Michelle, alle 2 Stunden hörst du also alle Namen und wo sie sich befinden im Radio („Lance and the 3 lovely girls in the Pongomia“-„4 boys at Strathblane“-„I’m not a dating service, guys!!!“ *lach*) und wehe du hast dich nicht eingecallt!
Nachdem wir 15 Mal irgendwas unterschrieben haben, haben wir gelernt wie man Fahrzeuge durchcheckt =) und dann sind wir erstmal kreuz und quer mit Lance durchs Gelände gekurvt (Vierradantrieb, Geländewagen, Off-Road ist ein riesen Spaß!!!!! :-DDDD) , wobei er uns allen ne Karte von den 25 verschiedenen Feldern ausgedruckt hat und uns gezeigt hat, wo wir zuerst Bäume "auffüllen" werden (Ich konnte erstmal überhaupt nicht erkennen, dass das Bäume sein sollen… Naja, so viele Pangomiabäumchen habe ich in meinem Leben wohl auch noch nicht gesehen *lol).
Unsere Straßen in unseren ATVs, Bobcats und Trucks bestehen zumeist aus 1,5 Meter großen Grasbüschen ^^
Und dann durften wir zum ersten Mal mit "Buggy" durch die Gegend rasen... Ich kann nur sagen, DANKE, dass ich hier sein darf!
Dann gab's erstmal wieder Kaffeepause, gefolgt von Lunchpause...ich kann echt nicht relaxen, weil ich nur denke „NE, gebt mir was zu tun, ich kann für das Geld hier nicht nur rum sitzen und das 4 Sterne Essen mampfen, was ich noch umsonst dazu kriege.“
Soooo, und jetzt kommt definitiv die geilste Story aller Zeiten...Nach dem Essen sollte es losgehen...unsere ersten Bäumchen sollten gepflanzt werden. Und unsere Aufgabe ist im Übrigen nicht über ein Feld zu LAUFEN , sondern in Buggy an ihnen vorbeizufahren und zu checken, ob noch alle leben...machbar^^
Marijns & Miris erster Tag...wer darf natürlich als ersten fahren...ICH natürlich, wer soll beim Karten lesen aufgepasst haben...Marijn.....Wir fahren an unserem Büro los, Lance & Merell waren im anderen Bobcat irgendwie schon vorgefahren, und als wir um die Ecke kommen, war der „Buggy“ nicht mehr zu sehen...wir beide denken nur so: "Och nööööö...scheiße! Das ist wohl ein Test für uns, er hat uns ja gerade gezeigt wie man zu Feld 19.1 kommt...." Ich hoffe, ich krieg noch ein Bild davon, nur damit ihr euch vorstellen könnt, dass wir nicht völlig dämlich sind! Dieses Gelände ist soo groß und alles sah zu dem Zeitpunkt noch gleich für mich  aus. Naja, wir sind ja nicht doof und wir haben ne Karte...Well... Wir haben Feld 19 auch gefunden, dummerweise auf der falschen Seite des Zaunes...kann ja keiner wissen, dass da ein Zaun ist...schwarze Linie auf Karte?! Gut, was machen wir jetzt?! Drehen ist ein bisschen schlecht mit Bewässerungsanhänger...naja, folgen wir halt der Karte zurück zum "Hauptfeldweg" Nur um das klar zu machen, hier gibt es NICHTS außer ein paar Häuschen von Origin, das Camp, zig komische Gaspumpen  überall verteilt und Grün Grün und Grün die nächsten Hunderte von Kilometern... Den Weg, den wir gefahren sind, gab’s auf der Karte...es fehlte nur die winzige Info, dass wir den Weg nicht nutzen können, weil das Flussbett eine Schlammgrube ist... Doof, wenn man nicht weiß, wie schlammiger, modriger Boden im Outback (Trocken???) aussehen kann...Wir haben es Tatsache geschafft an unserem ersten Tag unseren Buggy im Schlamm zu versenken und jetzt stellt euch kurz vor wie 2 Mädels irgendwo im Nirgendwo mit ihrem Buggy im Matsch versinken und wirklich weit und breit gar nichts ist. Ich musste die ganze Zeit daran denken, wie ich ersten Tag beim Krankenhauspraktikum kollabiert bin und einfach jeder danach wusste, dass die "neue" ohnmächtig geworden war... Warum passiert so eine Scheiße immer mir? Ich konnte allerdings aber auch irgendwie nicht aufhören zu lachen, ich dachte echt ich sterbe vor Lachen, weil die Situation sooo bescheuert war. Mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich daran zurück denke =))))  Ich bin erstmal losgestiefelt und dachte hinter dem Berg würde schon irgendwas sein, währenddessen hat Marijn mal das Funkgerät angefangen zu nutzen um Lance zu rufen "Hello...." "Hello...." "Is there anybody out there???" Jaaa verdammt, ungefähr JEDER im Umkreis von 200 Kilometern hört Channel 52.... Das war uns nicht so bewusst, dass jeder unsere Panikattacke live am Radio miterleben konnte…und am besten ist jemandem zu beschreiben, wo man ist, wenn es nur Bäume gibt...Lance hat uns nicht gefunden, sondern einer der zig Typen, die losgefahren sind uns zu suchen, was wir erst später erfahren haben...Rettung naht!!! *muahaha* Könnt ihr euch vorstellen wie unfassbar peinlich diese Situation war? ^^...und ich konnte immer noch nicht aufhören zu lachen *schäm* ^^
Einige Tage später als wir uns schon mehr mit einigen Jungs angefreundet hatten, haben sie uns erst erzählt, dass wohl ein paar Sekunden nachdem Marijn durchgesagt hat, wo wir so ungefähr sein könnten, gleichzeitig 15 Calls bei Michelle im Büro eingegangen sind „Bleibt wo ihr seid, ich komm euch holen“…MÄNNER^^ Wir merken eigentlich nicht, dass sich das Campleben durch uns verändert haben soll, aber letzte Woche hat Greg mir nach einigen Bierchen gestanden, dass das Leben hier viel aufgedrehter ist, seit wir hier sind. Irgendwie doch auch lustig :)  Nur unserem sehr bodenständigen „Bäumchenchef“ gefällt das wohl nicht so, obwohl der nicht mal selbst im Camp wohnt ^^
Wie auch immer, die Wochen sind nun so verstrichen und ich habe die Zeit hier unendlich genossen =) Zu Beginn war mein Kopf sehr leer und ausgeglichen, ich habe das immer im Grünen sein sehr genossen, wundervolle Sonnenaufgänge und Sonnuntergänge, Wolkenformationen und wunderschönes Wildlife gesehen. Große Känguruhs, kleine Kanguruhbabys, Emufamilien, Dingos, Lizzards, lustige Vögel, total bescheuerte Kühe…jeden Tag begleiten sie uns auf den Feldern :)
Wir hören laut Musik, singen mir, blödeln rum, cruisen über die Felder, die Tage ähneln sich sehr, aber es ist auch für 3 Wochen mal schön zu wissen, was Morgen passieren wird, halt so ganz anders als das normale Backpacker-Leben. In über 100 Stunden auf den Feldern habe ich viel Zeit zum Nachdenken über Zukunft, Vergangenheit, wundervolle Erinnerungen, Perspektiven und Erlebnisse gehabt und tolle Gespräche mit Merel und Marijn geführt. Inzwischen habe ich die nötige Distanz zu meinem Leben zuhause und es ist ein tolles Gefühl so klare Gedanken fassen zu können.
Am schönsten ist die Erkenntnis, dass ich jetzt weiß, wo mein Herz zuhause ist: BERLIN…ich gehöre nach Berlin und es gibt unglaublich viel Sicherheit jetzt zu wissen, wo ich leben will, wenn ich eines Tages zurück komme :) Wie sehr ich mein Leben geliebt habe und wie perfekt meine Studienzeit war, ist mir hier klar geworden. Wie wundervolle Freundschaften ich habe und wie sehr ihr fehlt, kommt mal so richtig zum Vorschein, wenn man nicht mehr mal eben ne SMS, ne Postkarte, ne Mail, einen Facebook- Kommentar schreiben oder einfach anrufen kann… Manchmal wünsche ich mir, dass ihr spüren könnt, wenn ich an euch denke =)
Eine lange verdrängte, unter „ich bin dafür zu faul“ abgelegte,  Idee ist hier wieder zum Vorschein gekommen, ich habe wunderbare Gespräche geführt::„Was machst du in Deutschland“, „Was willst du damit arbeiten“ „Willst du das wirklich sein“ und mir ist auch klar geworden, dass das vielleicht noch nicht alles ist. Wenn ich zurück bin, bin ich 24 und ich sollte mich doch dann endgültig entscheiden, welchen Weg ich gehen will und vielleicht noch mal einen ganz anderen Weg  einschlagen. Wenn ich morgen zurückkäme, würde ich mich für einen Medizinstudienplatz bewerben und mein Leben gegen Bücher eintauschen *lach*, denn irgendwie will ich mehr, auch wenn der Weg dahin hart wird und ich vielleicht auch niemals den Studienplatz bekommen werde, zum ersten Mal bin ich überzeugt, dass ich es schaffen würde. Warten wir mal ab, ob diese Entscheidung in den nächsten Monaten reift :)

Heute ist Montag, 11.4. und ich hab endlich Zeit zu schreiben, weil es heute den ganzen Tag gegossen hat und wir daher nicht arbeiten konnten. Doof, weil wir heute nichts verdienen können, aber ich genieße es auch gerade unbeschreiblich einfach nur in meinem Bett zu liegen und endlich mal alles aufzuschreiben =)
Gestern und letzten Sonntag hatten wir frei. Letzte Wochen waren wir zu k.o. um nach Roma zu fahren und haben einfach nur im Camp gechillt, auf der Wiese gefrühstückt, Tennis und Basketball gespielt, gestern sind wir dann nach Roma geduist. Was wir hier für Wagen fahren ist der Hammer, ich liebe unsere Geländewagen! Ich glaub, ich hab schon lange kein „normales“ Auto mehr gesehen, selbst in Roma stehen nur Geländewagen^^ Roma ist irgendwie richtig süß, ne süße Kleinstadt, Sonntags versammelt sich alles bei McDonalds *lach*. Gestern haben wir dann unsere Arbeitskollegen Scooter, der ein richtiger australischer „Landmann“ ist, und seine Familie besucht. Das war wirklich toll :) Ich durfte viele Eindrücke des „real australian lifes“ sammeln und viel über richtiges Farmleben erfahren. Und dann hat uns sein 9-jähriger!!! Sohn über das Gelände gefahren. Lance hat sich nicht eingekriegt vor Lachen, als er unsere Gesichter gesehen hat, als der Sohn im Pick up an der Veranda vorbei gefahren ist…unfassbar!!! Anschließend waren wir noch im Pub und ich konnte endlich mal meine Ellis anrufen…Deutsch nach 2 Wochen…oh man tat das gut :) Dann war unser freier Sonntag auch schon wieder vorbei und es ging zum leckeren Abendessen zurück ins Spring Gully Camp =)
Am Montag begann dann unsere letzte Arbeitswoche, die viiiiiiel zu schnell vorbei ging! :-(
Wenn ich jetzt zurück denke an all den Blödsinn, den wir gemacht und gequascht haben, an das zweite Fahrzeug was im Matsch einer defekten Bewässerungsanlage versenkt wurde, bevor der Motor wegen Überhitzung endgültig den Geist aufgab ^^, an Kreisel, die wir mitten im Feld designt haben, an Highspeed-Fertelizing, das Cookiemonster, an laute Gesangseinlagen während wir mit Boxen auf dem Buggy über die Felder geflitzt sind, an Emujagd und so lange im Kreis fahren bis uns schwindelig wurde *loool*…
Ich habe Spring Gully wirklich geliebt, die Arbeit, die Menschen, die Freiheit, das sich geborgen und sicher fühlen, die Zeit nachzudenken, sich zu erinnern und in den Himmel zu schauen…. =) Sind die Wolken und die Sonnenuntergänge eigentlich überall so wunderschön??? :)

Sonntag 17.April: Sicherlich einer der schwersten Abschiede den ich während meiner Reise nehmen muss… ein sonniger Sonntag Mittag und wir sitzen wieder im Greyhound-Bus und brausen an der wundervollen Natur, die ich so lieben gelernt habe vorbei und mir kullern die Tränen die Wangen runter. Heute vor 3 Wochen kamen wir in Roma an, völlig planlos und aufgeregt und nun ist diese unbeschreibliche Zeit vorbei. 3 Wochen und ich habe das Gefühl, dass sie mich unglaublich verändert haben.
Ich bin so traurig, weil ich weiß, wie sehr ich das alles hier vermissen werde. Den Himmel und die Wolken, den Sonnenaufgang und die Nebelschwaben am Morgen, Natur 24 Stunden am Tag, die Menschen und diese Gemeinschaft, Tennis und das wundervolle Essen, Zuhause sein, einen eigenen Schlüssel und einen Schrank haben, Freiheit und Stille, Faszination und Dankbarkeit. 190 Stunden habe ich auf den Feldern gearbeitet, 190 Stunden Zeit zum Nachdenken und Quatschen. Nie zuvor hatte ich so klare Gedanken und eine solche Perspektive zu allem was ich in der Vergangenheit erleben durfte.
Keine Möglichkeit zu haben Kontakt nach Hause auf zu nehmen hat mir, auf manchmal auch wirklich schmerzhafte Weise, gezeigt, wie sehr ich meine Familie und meine Freunde liebe und brauche und dass die schönsten Dinge nur halb so schön sind, wenn ich sie nicht mit den wichtigsten Menschen in meinem Leben teilen kann. Ich weiß jetzt, wo ich hingehöre und habe Pläne wie mein Leben in Deutschland weiter gehen soll, ich habe viel über Menschen und Eigenschaften gelernt, ein komplett anderes Leben kennengelernt.
Ich habe etwas erleben dürfen, was man sich als Europäer nicht vorstellen zu vermag, ein Leben im absoluten „Nichts“. Solche Weiten gibt es bei uns nicht und auch nicht die Menschen, die es bewohnen. Die unglaublich freundliche, bodenständige, den täglichen Gefahren gewaffnet gegenüberstehenden Menschen, denen ich hier begegnet bin, haben mich wirklich fasziniert. Kinder, die mit 9 Jahren Auto fahren, jagen und sich im Gelände bewegen, als wären sie ein Teil davon.
Es macht mich traurig, dass man die Gefühle nicht festhalten kann, dass das alles mir bald so weit weg und irreal vorkommen wird, dass kein Foto und kein Video wiederspiegeln kann, wie es hier gewesen ist. Und am Verrücktesten ist eigentlich, dass ich hier zum Arbeiten hergekommen bin, unglaublich viele Stunden gearbeitet habe und meinen ganzen Rhythmus auf einen 11 Stunden Tag, der um 4.30 beginnt umgestellt habe und ich, wenn man mal von dem Vermögen, das ich hier verdient habe und der perfekten Unterkunft, vom Essen mal ganz abgesehen, noch so viele persönliche Erkenntnisse und Erfahrungen mitnehme, deren Wert man gar nicht beschreiben kann =) Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich hier unglaublich viel bekommen habe, was ich mein Leben lang mit mir tragen werde und viele Dinge in meinem Kopf jetzt plötzlich ganz klar sind =)
Ich hoffe, dass euch das Lesen Spaß gemacht hat und die Fotos bei Facebook nun auch ein bisschen besser erklärt sind. Nun geht es zurück nach Brisbane, Zeit für neue Abenteuer *smile*

In Liebe und mit viel Dankbarkeit, dass es so viele liebe Menschen gibt, die in Gedanken bei mir sind, Miri

Wunderschöner Himmel jeden Tag